Technik

Mac OS X ist die gelungene Melange aus der benutzerfreundlichsten Betriebssystem-Oberfläche der Welt, nämlich der des bewährten Mac OS, und dem stabilsten und sichersten Betriebssystem-Kern der Welt, dem Unix-Kern.

Genauer gesagt basiert Mac OS X auf Teilen von FreeBSD und Mach. Letzteres liefert vor allem die Multiprozessor-Unterstützung. Das Ergebnis ist der neue Kern des Mac OS X, genannt "Darwin". Apple setzt ja schon seit längerem auf Dual-Prozessor-Technologie für seine High-End-Systeme. Mit dem G5 und Mac OS X ist eine Kombination entstanden, die, obwohl auf dem Papier deutlich kleinere MHz-Zahlen stehen, in der Praxis vielfach schneller und stabiler als die Konkurrenz aus der PC-Welt läuft. Der Boot-Vorgang benötigt (ohne DHCP, nfs oder andere Netzwerk-Protokolle, die längere Initialisierungszeiten brauchen) nur wenige Sekunden.

Mac-Fans haben die Betriebssystem-Oberfläche, auch "Aqua" genannt,  und die eigene Grafik-Engine "Quartz", mit großem Interesse begutachtet. Aber auch Unix-Freunde werden davon begeistert sein.

Sie ist für alte Mac-Hasen vertrautes Terrain. Für Ein- und Umsteiger ist sie eine klare, intuitiv zu bedienende Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Dabei wird zwischen Programmen mit "Carbon"- und solchen mit "Cocoa"-Oberfläche unterschieden. "Carbon"-Software bezeichnet Programme, die sowohl unter Mac OS X als auch unter älteren Mac-OS-Versionen laufen. In der Regel sind das Programme, die schon seit längerem erprobt und bekannt sind und auf das neue OS portiert wurden. Für Programme, die noch nicht portiert sind, oder für die keine neue Mac-OS-X-Version geplant ist, beinhaltet Mac OS X auch noch einen "Classic"-Modus, in dem alle Mac-OS-9-Programme problemlos auf der neuen Hardware laufen. "Carbon" unterstützt auch eine Reihe anderer Programmiersprachen, wie C, C++, Fortran etc., was es für Entwickler aus verschiedenen Bereichen der Softwarewelt interessant macht. "Cocoa"-Programme sind auf der anderen Seite jene Tools und Programme, die mit der unverkennbaren Metallic-Oberfläche ausgestattet sind und spezifisch für Mac OS X "only" geschrieben wurden. "Cocoa" ist in objective C geschrieben und basiert auf NeXTStep. User aus der Unix-Welt werden sich vielleicht an der bunten und etwas "verspielt" erscheinenden Oberfläche stoßen. Aber keine Sorge, mit einem Klick kann man ein Terminal öffnen und auf die Befehlszeile wechseln. Hier erwarten einen die Unix-Vorväter des neuen Apple-Betriebssystems.

Ein bisschen Kommandozeilen-Luft zu schnuppern, lohnt sich aber für jeden Mac-OS-X-User. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, seinen "Mac" zu tunen und vor allem zu automatisieren. Viele Verwaltungsaufgaben lassen sich mit den mitgelieferten Tools auf der Kommandozeile von selbst lösen, wie z.B. mit Hilfe eines CronJobs. Lesen sie mehr darüber auf http://www.mac-os-x.at.

Dort erfahren Sie auch, wie man eines der über 800.000 aktiven Open-Source-Linux-Programme auf seinem Mac installiert. Zum Beispiel kann man sich den Open-Source-GUI-Server X11 installieren, und praktisch alles, was man vom Linux- oder Unix-Desktop gewöhnt ist, auf dem Mac laufen lassen. Der X11-Server des Mac OS X basiert auf Xfree86 (http://www.xfree86.org). Das wirft gleich das nächste herausragende Feature des neuen Mac OS auf – Interoperabilität! Ein Mac fügt sich harmonisch in ein heterogenes Computer-Netzwerk. Egal ob als Server oder Client, Mac OS X besitzt Stärken in beiden Bereichen.

Noch nie war es bequemer oder einfacher einen Server zu warten und zu konfigurieren. Es besteht die Möglichkeit das Gerät über SSH oder telnet zu steuern, ebenso wird die Fernwartung über Remote-Desktop unterstützt. Als Client kann der Mac standardmäßig nicht nur auf die Apple-eigenen Netzwerkstandards wie "Rendezvous" zugreifen, sondern auch mit einer Windows-Domain und SMB-Shares umgehen.

Für Entwickler bietet Mac OS X alle gewohnten Tools und APIs aus der Unix-Welt (gcc, vi, emacs, ... ) und mit Xcode eine Entwicklungsumgebung für Java, C, C++, Objective C, Objective C++. Xcode benutzt defaultmäßig den gcc 3.3 und verfügt auch über "Carbon"- und "Cocoa"-Schnittstellen. Jeder Entwickler hat bekanntlich persönliche Präferenzen für eine bestimmte Entwicklungsumgebung, aber – Mac OS X liefert mit Xcode ein mächtiges Werkzeug, speziell für alle, die beginnen möchten, sich mit der Software-Entwicklung auseinanderzusetzen.

Im Bereich Security kann es das neue Apple-Betriebssystem mit der Konkurrenz spielend aufnehmen. IPsec (Internet Protocol security) gehört seit Mac OS X 10.2 fix dazu, ebenso zahlreiche Authentifizierungs- und Verschlüsselungsstandards (z.B.: SSH, Kerberos, Schlüssel- und Zertifikatsdienste, ...). Alle diese Dienste bauen auf der Common-Data-Security-Architecture-API (CDSA) auf. Das CDSA-Framework ist eine von der Opengroup geförderte Architektur, die es ermöglicht, plattformübergreifende Sicherheits- und Authentifizierungstechniken zu entwicklen. (http://www.opengroup.org/security/l2-cdsa.htm). Dieser Standard ist ebenfalls Open Source!

Sämtliche System-Spezifikationen aufzuzählen, würde wohl den Umfang einer kleinen Bibliothek sprengen. Für weiter interessierte Leser verweisen wir deshalb auf Apples eigene System-Overview-Dokumententation im HTML-Format (auf der Apple-Homepage auch als PDF erhältlich).

http://developer.apple.com/documentation/MacOSX/Conceptual/SystemOverview/index.html

(Bildquelle: http://developer.apple.com)

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