Technik

Allgemeines

Datensicherung und Backups sind heutzutage in fast jedem Unternehmen von Bedeutung, besonders in Daten- oder EDV-intensiven Branchen. Die Daten eines Unternehmens können mit Arbeitszeit und damit, wie ein Anlagegut oder Fertigerzeugnis, mit einem dementsprechenden Vermögenswert gleichgesetzt werden.

Um den Wert eines Dokumentes oder einer Datenbank zu berechnen, müssen jedoch zu der investierten Arbeitszeit auch der Umsatzentgang, Imageverlust und gegebenenfalls Stillstandszeiten, mit den damit verbundenen Umsatzverlusten und etwaigen Pönalen in anderen Unternehmensteilen, hinzugerechnet werden. Eine Langzeitstudie zeigt, dass Firmen, die einen totalen Datenverlust erleiden, zu 60% im ersten Jahr nach dem Verlust bereits die daraus resultierenden finanziellen Schwierigkeiten nicht überwinden können und aufgeben müssen.

Die Wahrscheinlichkeit für einen partiellen oder totalen Datenverlust hängt von der verwendeten Hardware, dem Umfeld, in dem der Rechner steht und den Sicherheitsmaßnahmen gegen Viren und Hacker ab. Die Hauptursache eines Datenverlustes ist jedoch die menschliche Fehlbedienung, die zu über 70% für solche Ausfälle verantwortlich ist.

Daher sollte sich jede Firma, deren Daten einen gewissen Wert erreichen, Gedanken über ein Backupsystem machen. Die wichtigsten Entscheidungen zur erfolgreichen Datensicherung sind dabei im Vorfeld zu treffen, um die richtige strategische Ausrichtung zu erreichen. Dabei sollte überlegt werden, welche Daten gesichert werden müssen, welches System für Ihre Belange die effizienteste Art der Sicherung ist und welches Sicherungsmedium verwendet werden soll.

Bei der Entscheidung über die zu sichernden Daten kommt es vor allem auf die Nutzergewohnheiten, die Softwareausstattung des Unternehmens und die Größe des Backupservers an. Wollen Sie nur Ihre spezifischen Nutzerdaten speichern, genügt ein kleiner Backupserver. Bei einem Festplattenausfall müssen Sie jedoch all ihre Software wieder neu installieren. Diese Überlegungen haben auch Auswirkungen auf die Backupstrategie:

Meist werden Backupstrategien in Kombination verwendet, um die Vorteile der verschiedenen Verfahren zu verknüpfen. Dabei unterscheidet man das Image, das Full Backup und verschiedene inkrementelle Backups. Ein Image ist eine 1-zu-1-Kopie eines Speichermediums, die im Gegensatz zum Full Backup auch Dateizuordnungstabellen, Bootsektor und andere systemrelevante Daten inkludiert. Die inkrementellen Backups unterscheiden sich besonders in ihrem zeitlichen Bezug, das heißt mit welchem älteren Backup die aktuellen Daten abgeglichen werden, und ob es sich um ein Versionsbackup handelt oder die alten Daten einfach überschrieben werden.

Die Entscheidung über das Sicherungsmedium wird vor allem durch die notwendige Aufbewahrungsdauer der Daten beeinflusst. Datenträger unterliegen schließlich auch einem materiellen Verfall und dies sollte berücksichtigt werden. Festplatten, ZIP- und JAZZ-Laufwerke garantieren dabei eine kürzere Datenbeständigkeit als CD, DVD und bei entsprechender Lagerung auch Bandlaufwerke. Bei Aufbewahrungszeiträumen über mehrere Dekaden wird vor allem auch die Aufbewahrung der Technologie wichtig, da sonst die vielleicht noch brauchbaren Daten nicht mehr gelesen und interpretiert werden können.

Als letztes sei noch kurz der Aufbau der Backupinfrastruktur angerissen. Von der Sicherung durch CD-Brennen oder RAID-Systeme am lokalen Rechner bis zu redundaten Serverlösungen sind heute alle Wege möglich und sollten optimal auf die EDV-Struktur abgestimmt werden.

Die richtige Sicherungsstrategie

Im folgenden möchten wir versuchen, Ihnen einen Einblick in die Grundbegriffe und Techniken von Datensicherung sowie einige Hinweise zu Ihrer optimalen Sicherungsstrategie zu geben. Sie sollten beispielsweise wissen, dass bei jeder Sicherung Dateien, die gerade im Zugriff sind, in der Regel NICHT gesichert werden können. Sie sehen meist im Logfile dazu entsprechende Meldungen, welche Dateien nicht gesichert werden konnten.

Warum Generationen?

Wenn Sie eine Sicherung brauchen, ist in den seltensten Fällen die Festplatte vollständig zerstört. Oft benötigt man nur eine versehentlich gelöschte, überschriebene oder zerstörte Datei. In der Regel bemerkt man diesen Verlust erst Tage oder Wochen später, und in der letzten Sicherung wurde die bereits defekte Datei gesichert. Manchmal möchte man auch auf eine ältere Version einer Datei zugreifen. Hier hat sich das Generationen-Prinzip bewährt. Wenn Sie mit Wechselmedien arbeiten, sichern Sie verschiedene Generationen auf verschiedene Medien. Wenn Sie einfach auf ein anderes Laufwerk sichern, können Sie die eingebaute "Generationen"-Funktionen verwenden. Im Anschluss werden 2 Beispiele für verschiedene Sicherungsstrategien gezeigt.

Sicherungstypen

Die verschiedenen Sicherungstypen haben zunächst nichts mit den Generationen zu tun. Mit diesen Sicherungstypen wird nur entschieden, WAS (in welchem Umfang) gesichert wird. Sie sollten die nachstehenden Begriffe verstanden haben und anschließend festlegen, wie Sie sichern.

  • Vollständige Sicherung

    Dies ist die einfachste Methode: Alle Dateien, egal ob sie seit der letzten Sicherung verändert wurden, werden gesichert. Damit hat man ein aktuelles Abbild seiner Daten. Nachteil: Jede Sicherung erfordert viel Platz auf dem Zielmedium und entsprechend hoch ist der Zeitaufwand bei großen Datenbeständen.
  • Inkrementelle Sicherung

    Bei dieser Methode werden nur jene Dateien gesichert, die seit der letzten Sicherung verändert wurden oder neu hinzugekommen sind. Auf diese Weise sind die Inkrementellen Sicherungen schnell erledigt und benötigen wenig Platz. Inkrementelle Sicherungen werden in einem bestimmten Wechselrhythmus mit vollständigen Sicherungen durchgeführt. Beispielsweise Vollsicherung am Wochenende und darauf folgende tägliche inkrementelle Sicherung. Bei der täglichen inkrementellen Sicherung werden so z.B. Montag abends nur jene Dateien gesichert, die am Montag verändert wurden, Dienstag abends die vom Dienstag usw.
  • Differenzielle Sicherung

    Diese Methode ist der inkrementellen Sicherung sehr ähnlich und wird auch im Wechselspiel mit vollständigen Sicherungen durchgeführt: Hier werden dann, um bei obigem Beispiel zu bleiben, Montag die Dateien gesichert, die sich am Montag verändert haben, Dienstag die von Montag und Dienstag usw., also immer alle seit der letzten Vollsicherung. Vorteil: Sie brauchen dann immer nur die Vollsicherung und die letzte Differenzsicherung, wenn Sie Ihren Originalbestand wiederherstellen wollen. Bei einer inkrementellen Sicherung bräuchten Sie am Donnerstag z.B. die Vollsicherung und die inkrementelle Sicherung von Montag bis Donnerstag.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie in regelmäßigen Abständen auch Sicherungen auf Wechselmedien auslagern und an anderen Plätzen sicher aufbewahren.

Beispiele für Sicherungsstrategien

Es ist empfehlenswert, eher mehrere kleinere Sicherungsprofile zu erstellen als z.B. einfach immer eine ganze Platte zu sichern. Kleine Sicherungsprofile sind wesentlich schneller beendet und beeinträchtigen die laufende Arbeit weniger. Wir präsentieren hier zwei Beispiele für "schlanke" Sicherungen mit verschiedenen Generationen:

  • Beispiel 1:

    Verwendung von Wechselmedien, komprimierte Sicherungen, Verwendung von Vollsicherungen und differenzielle Sicherungen nach dem Großvater-Vater-Kind-Prinzip: Für diese Variante benötigen Sie im Optimalfall 21 externe Medien: Für jeden Monat ein Medium ("Januar" bis "Dezember"), 5 Wochen-Medien ("Freitag 1" bis "Freitag 5") und vier Medien "Montag" bis "Donnerstag" für die Wochentage. Die Sicherung beginnt mit einer Monatssicherung - Vollsicherung der Daten - dies ist der "Großvater". Dazu werden jeden Freitag ebenfalls Vollsicherungen der Daten angelegt - dies ist der Vater. Von Montag bis Donnerstag werden dann differenzielle Sicherungen angelegt - die "Kinder".

    Sie haben mit dieser Methode Zugriff auf verschiedenste Generationen: auf alle Änderungen während der Woche (Medien "Montag" bis "Donnerstag"). Für die Daten des letzten Monats: wochenweise Abzüge (Medien "Freitag 1" bis "Freitag 5"). Und für die Daten des letzten Jahres: monatliche Abzüge (Medien "Januar" bis "Dezember"). Damit haben Sie Zugriff auf einen langen Zeitraum verschiedener Versionen Ihrer Daten. Wenn Sie keine großen Datenmengen haben, können Sie evtl. auch Medien zusammenfassen. Sie können diese Variante natürlich auch nach Ihren Bedürfnissen anpassen und statt monatlichen Sicherungen nur quartalsmäßige Sicherungen aufbewahren. Damit werden weniger Medien benötigt, Sie haben allerdings auch weniger Generationen.
  • Beispiel 2:

    Verwendung einer zweiten Festplatte (Sicherungsverzeichnis), unkomprimierte Sicherungen, einmalige Vollsicherung, inkrementelle Sicherungen, Verwendung der internen "Generationen"-Funktion: Auf Ihrer zweiten Platte definieren Sie ein "Sicherungs-Verzeichnis". Bei dieser Version brauchen Sie im Prinzip nur einmalig eine Vollsicherung. Definieren Sie ein zweites Profil mit den gleichen Einstellungen jedoch als inkrementelle Sicherung, mit z.B. 10 Generationen. Jedes Mal wenn sich eine Datei ändert, wird zunächst geschaut, ob diese in der Sicherung schon vorhanden ist. Wenn ja, wird diese in einen Unterordner mit dem Namen "Generation.1" verschoben und dann erst wird das Original in den Sicherungsordner kopiert. Wenn diese z.B. am nächsten Tag nochmals gesichert wird, weil Sie sie wieder verändert haben, wird die Kopie aus "Generation.1" in "Generation.2" verschoben, die Kopie aus dem Sicherungsordner wieder in "Generation.1", und dann wird wieder eine neue Kopie des Originals im Sicherungsordner erzeugt.

    So haben Sie im Sicherungsordner immer die aktuellste Sicherung der Daten. Im Unterordner "Generation.1" haben Sie die vorletzte Version usw. Durch die Verwendung der inkrementellen Sicherung werden nur von den veränderten Dateien zusätzliche Kopien angelegt. So sind Sicherungszeit und Platzbedarf verhältnismäßig klein. Diese Variante der "Generationen" funktioniert nicht bei komprimierten Sicherungen.

Zusätzlich ist es auch hier immer ratsam, Sicherungen auf Wechselmedien zu machen, da diese auch "räumlich auslagerbar" sind.

Auch diese Daten sollten Sie sichern

Sie sollten stets ihre "operativen" Daten sichern. Diese sind Ihr "Kapital", hier steckt in der Regel viel Arbeit dahinter, ein Verlust ist oft unwiederbringlich.

Damit der Sicherungs-Aufwand – auch in Bezug auf benötigten Speicherbedarf – vertretbar ist, sollten Sie gut überlegen, welche Daten für Sie sicherungswürdig sind. Wenn Sie Ihre Daten sichern, vergessen Sie nicht, auch wichtige Dateien, die normalerweise nicht in Ihren Daten-Verzeichnissen liegen, zu sichern.

Achten Sie darauf, dass Sie unter anderem auch folgende Dateien sichern:

  • Formatvorlagen und Makros ihrer Textverarbeitung
  • Bookmark-Liste des Browsers
  • Registry
  • Systemdaten
  • INI-Dateien
  • Adressbücher

Achten Sie darauf, dass Ihr Sicherungssystem mit allen als normale Laufwerke ansprechbaren Medien mit Schreib- und Lesezugriff zusammenarbeiten kann. Dies sind in der Regel alle unter Ihrem Betriebssystem erreichbaren Festplatten, seien sie mit FAT, FAT32 oder NTFS formatiert, Diskettenlaufwerke, Wechselmedien wie ZIP- oder Jazz-Laufwerke oder aber auch freigegebene Laufwerke in Ihrem Netzwerk.

Weiters sollte es auch mit CD-Recordable- oder CD-Rewritable-Laufwerken zusammenarbeiten, wenn entsprechende Treiber installiert sind (in Verbindung mit einer UDF-Brenner-Software - PacketCD, DirectCD, InCD.) Diese Treiber machen auch den Lese- und Schreibvorgang verfügbar wie einen normalen Zugriff auf ein HD-Laufwerk. Adaptec Direct CD ist beispielsweise einer dieser Treiber.

Es gibt auch bereits Bandlaufwerke, die entsprechende Treiber haben und das Band wie ein normales Laufwerk ansprechen lassen.

Anmerkungen zu komprimierten Sicherungen

Da das Sichern und Erstellen von sehr großen komprimierten Dateien ohnehin sehr aufwändig in Bezug auf Ressourcen ist, raten wir Ihnen unbedingt, kleinere Sicherungspakete mit 10 bis max. 100 MB zu erstellen. Dies hat 3 Gründe:

  • Sicherheit
    Insbesondere wenn einzelne Dateien in ZIP-Dateien verändert werden, kann es zu defekten Zip-Dateien kommen. Kleinere ZIP-Dateien verringern die Gefahr, große Datenmengen zu verlieren.
  • Effizienz und Performance
    Wenn Sie in bestehende große ZIP-Dateien weitere Dateien hin zufügen oder einzelne Dateien verändern, erhöht sich die dafür notwendige Zeit proportional zur Größe der ZIP-Datei.
  • Plattenplatz
    Wenn Sie Dateien in ZIP-Dateien updaten, wird zunächst eine Kopie der gesamten ZIP-Datei erstellt, um dann die Änderungen durchzuführen. Diese Kopie wird in der Regel im "temporären" Verzeichnis erstellt. Damit diese Änderung also durchgeführt werden kann, muss entsprechend viel Platz auf dem Laufwerk des temporären Verzeichnisses sein. Beachten Sie auch den Aufwand des Kopierens einer großen Datei.

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